Rositz war eine der größten Industrie-Gemeinden Ostthüringens und in der Vergangenheit durch den Braunkohlebergbau und die Chemieindustrie stark geprägt. Die Gemeinde Rositz hat derzeit ca. 3106 Einwohner. Die erste urkundliche Erwähnung erfuhr Rositz im Jahr 1181. Zur gleichen Zeit wurden auch die jetzigen Ortsteile von Rositz, Gorma und Schelditz, erstmals urkundlich genannt.
Durch den fruchtbaren Ackerboden, der sich in und um Rositz befindet, siedelten sich viele Bauern an. Weizen und Zuckerrüben gehörten zu den Hauptanbaukulturen.
Das führte dazu, dass bereits 1872 die Rositzer Zuckerfabrik, die nach den damals modernsten Gesichtspunkten errichtet war, in Betrieb genommen wurde. In der Rositzer Zuckerfabrik wurde 1872 die erste elektrische Betriebsbeleuchtung in Deutschland mit Edisons Glühbirne installiert.
Zur gleichen Zeit nimmt auch die erste Brikettfabrik Thüringens in Rositz den Betrieb auf. Rohstoff für die Brikettherstellung war die damals im Tiefbau gewonnene Braunkohle. Die reichhaltigen Braunkohlevorkommen in und um Rositz wurden bereits 1672 von dem Altenburger Stadtphysikus Dr. Matthias Zacharias Pilling als “brennbare Erde” beschrieben und im Rositzer Ortsteil Fichtenhainichen erstmals die Existenz eines Braunkohlebergwerkes erwähnt.
In der Zeit von 1865 bis 1867 entstanden in Rositz 17 kleine Kohlegruben. Aufgrund der reichen Braunkohlevorkommen und der florierenden Landwirtschaft kam es am Ende des 19. Jahrhunderts zu einer aufstrebenden Industrie, wodurch eine große Anzahl Zuwanderer aus Polen und Bayern nach Rositz kamen, um hier Arbeit zu finden. Das führte dazu, dass sich in Rositz, was bis dahin evangelisch geprägt war, der katholische Glaube sehr stark verbreitete. Eine katholische Kirche wurde bereits 1901 errichtet.
Die spätgotische evangelische Kirche, erstmals 1295 erwähnt, wurde 1877/78 vollständig restauriert und erfuhr erneut eine Restaurierung 1992 bis 1994. Sie steht unter Denkmalschutz und ist eine der wenigen Sehenswürdigkeiten von Rositz.
Durch die aufstrebende Industrie um 1900 in Rositz wurde das einst ländliche Dorfgebiet umgewandelt in ein Industriedorf mit vielen Arbeitersiedlungen. Das verstärkte sich noch, als 1916/17 in Rositz von der Deutschen Erdöl-Aktiengesellschaft (DEA) die erste Mineralölfabrik auf Braunkohlebasis errichtet wurde.
Dieser Betrieb, zu DDR-Zeiten als Teerverarbeitungswerk bekannt, war bis zur politischen Wende 1990 Hauptarbeitgeber für die Menschen von Rositz und seiner Umgebung.
Heute gibt es in Rositz nur noch wenige Industriegebiete. Die Stätten der Braunkohleverarbeitung und der chemischen Industrie (Teerverarbeitungswerk) wurden zu Beginn der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen stillgelegt.
Das Gelände des ehemaligen Teerverarbeitungswerkes und der Teersee “Neue Sorge” zählen zu den größten ökologischen Altlasten Thüringens; die Sanierung und Erschließung des 48 ha großen Teerverarbeitungsgeländes soll bis 2007 abgeschlossen sein und bietet lukrative Flächen für Industrie- und Gewerbeansiedlungen.
1923 haben sich, die bis dahin selbstständigen Gemeinden Rositz, Gorma und Fichtenhainichen zur Gemeinde Rositz zusammengeschlossen. 1950 schloss sich Schelditz und 1972 Molbitz dieser Gemeinde an. Es entstand das Dorfgebilde, so wie es heute besteht.
Der zweite Weltkrieg hat in der Gemeinde Rositz tiefe Spuren der Zerstörung, des Leides und der Trauer hinterlassen. Durch zwei große Bombenangriffe am 16. August 1944 und am 14. Februar 1945, die dem Mineralölwerk galten, wurden in Rositz neben dem Werk viel Wohnhäuser zerstört. Dabei kamen 49 Menschen ums Leben. Die Gemeinde Rositz hat 1995 im Gedenken an diese Opfer einen Gedenkstein im Ortsteil Schelditz errichtet.














